Kardio - CT

Was ist das Kardio - CT (=Herz – CT)?

In der Bundesrepublik Deutschland erleiden jährlich über 200 000 Menschen einen Herzinfarkt. Ein dementsprechend großes Interesse gilt der Herzgefäßdiagnostik. Sie ist sehr aufwändig, weil die Herzgefäße in den größeren Abschnitten nur 3 – 4 mm messen und sich mit dem Herzschlag ständig bewegen. Erst neue Entwicklungen in der Computertomographie (CT) haben die Herzgefäßdiagnostik auch ohne Herzkatheter ermöglicht.

Grundvoraussetzung für die Herzgefäßdiagnostik ist die ausreichend schnelle Bilderfassung, damit das schlagende Herz scharf abgebildet werden kann. Das in unserer Praxis verwendete 64-Zeilen CT (MSCT) der neuesten Generation hat nicht nur die Umdrehungszeit der Röntgenröhre auf rund 300 Millisekunden verkürzt, sondern erlaubt zudem die gleichzeitige Aufzeichnung von 64 dünnen Schichten, sodass das Herz innerhalb von wenigen Sekunden komplett abgebildet werden kann.

Kalzium-Scoring

Gefäßveränderungen haben eine Tendenz zu Verkalkungen zu führen, die röntgenologisch abzubilden sind. Im CT geschieht dies durch die Bestimmung des Kalzium Score.

Ohne Kontrastmittel wird das Herz dargestellt und die Anzahl und Volumen der Verkalkungen der Herzkranzgefässe bestimmt.

Die Ausdehnung der Gefäßverkalkung kann so quantifiziert werden und das Risiko für das Vorhandensein einer koronaren Herzkrankheit bestimmt werden.

CT Koronarangiographie

Der Nachweis oder Ausschluss von Engstellen in den Herzkranzgefäßen ist im Rahmen des reinen Calcium-Screenings jedoch nicht möglich.

Dies war in der Vergangenheit nur durch eine Herzkatheteruntersuchung möglich bei der in örtlicher Betäubung ein dünner Schlauch (Katheter) in die Herzkranzgefässe geführt wurde und mit einer Kontrastmittelgabe das Gefäß dargestellt werden konnte.
Nicht in allen Fällen kann diese invasive und belastende Katheteruntersuchung jedoch Gefäßstenosen nachweisen, Studien sprechen von einem ca. 30%igen Anteil der Herzkatheteruntersuchungen, die keinen relevanten Gefäßbefund aufweisen.

Weisen die klinischen Befund auf eine bestehende koronare Herzerkrankung eindeutig hin ist nach wie vor die invasive Koronarangiographie die sinnvollste Untersuchung, da dabei neben der Diagnose auch eine Behandlung (Gefäßaufdehnung, Stent) durchgeführt werden kann.

Lässt die klinische Konstellation jedoch nicht die sichere Annahme eines interventionell zu behandelnden Befundes annehmen, kann das Herz CT ca. 30% der Herzkatheteruntersuchungen ersetzen.
Das Herz – CT ist sehr gut geeignet, um bei Patienten mit geringem oder mittlerem Risiko und unklaren bzw. atypischen Beschwerden (ohne typische Brustschmerzen und ohne Infarktzeichen) eine Koronarsklerose auszuschließen.
Ablagerungen oder Plaques, verkalkt oder nicht verkalkt, lassen sich zuverlässig nachweisen.
Als Behandlungskonsequenz kann eine medikamentöse Behandlung eingeleitet werden, um das Fortschreiten der Koronarsklerose zu bremsen und das Auftreten eines Herzinfarktes zu verhindern. Zufällig gefundene hochgradige Einengungen können Anlass sein, hier eine interventionelle Behandlung (Gefäßaufdehnung, Gefäßstütze oder Bypass) durch den Kardiologen oder Gefäßchirurgen in die Wege zu leiten.

Für die Patientin oder den Patienten unterscheidet sich die Untersuchung kaum von einer normalen CT Untersuchung. Sie ist ambulant möglich und dauert nur wenige Minuten.

Vorsorgeuntersuchungen

Das Diagnostikzentrum für Radiologie und Neurologie bietet zahlreiche Vorsorgeuntersuchungen mit High-Tech-Diagnostik an.